Resi… was?

Das Wort Resilienz leitet sich aus dem Lateinischen „resilire“ ab und bedeutet so viel wie „‚zurückspringen, abprallen“. In diesem Sinne sprechen Physiker in der Materialkunde auch von Resilienz, wenn wir zum Beispiel einen Schwamm betrachten, der sich zusammendrücken und zerknautschen lässt, aber immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt.

Die Psychologie hat den Begriff Resilienz übernommen und beschreibt damit „die Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung der psychischen Gesundheit während oder nach einer Krankheitssituation“ (Lara Hubenschmid, Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) gGmbH)

Was ist Resilienz?

Was hat der Rasenmäher mit Resilienz zu tun?

Nehmen wir an, eine gesunde Psyche ist der grüne Rasen in unserem Garten. Solange die Sonne scheint und der Boden Wasser bekommt, grünt und gedeiht hier unsere Gesundheit. Bis uns das Leben einen Gärtner vorbei schickt, der einmal fröhlich mit seinem Rasenmäher drüber schiebt. Dieser Rasenmäher ist wie ein massiver Stressor, der unserer gesunden Psyche erst einmal ein Ende bereitet. Vorerst. Denn während auf der einen Seite noch lärmend gemäht wird, ploppt auf der anderen Seite schon wieder ein Grasbüschel auf. Es kommt zum Vorschein, was bereits in der Tiefe angelegt ist: Eine ganze Reihe von Resilienzfaktoren wirken zusammen, um das Wachstum einer gesunden Psyche anzukurbeln.

Psychologen, die erforschen, wie psychische Widerstandskraft entsteht, unterscheiden hier zwischen folgenden Resilienzfaktoren:

  • Selbstwertgefühl
  • Hardiness (Grundeinstellung, das Leben aktiv zu gestalten (Engagement), Wahrnehmung von Gestaltbarkeit des Lebens (Kontrolle), Haltung von Weiterentwicklung bei Veränderungen (Herausforderung))
  • Selbstwirksamkeitserfahrung
  • Positive Emotionen
  • Religiosität / Spiritualität
  • Kognitive Flexibilität (Fähigkeit, auf veränderte Umweltbedingungen flexibel durch Variationen im Denken und Handeln zu reagieren)
  • Soziale Unterstützung
  • Aktives Coping (aktives Handeln Einfluss auf den Ausgang einer Situation)
  • Kohärenzgefühl (generelle Tendenz, Anforderungen des Lebens als verstehbar, bewältigbar und sinnhaft zu empfinden)
  • Sinn im Leben sehen

Du fragst dich vielleicht, wie sich das im Fall einer besonders einschneidenden Lebenskrise wie einer Krebserkrankung verhält: Wie sieht das mit der Resilienz aus, wenn der Körper sehr krank ist? Wie überlebt unsere Psyche das?
An dieser Stelle haben wir die erste gute Nachricht für dich: Auch in einem kranken Körper kann eine gesunde Psyche stecken!

Erfahre hier mehr über Resilienz bei Krebs