Resilienz und Krebs

Viele von uns fühlen sich von einer Krebserkrankung völlig „überfahren“ und ihrer Lebenskräfte für lange Zeit beraubt. Krebs geht nicht schnell vorbei und hinterlässt meist Spuren an Körper und Seele. Notwendige Therapien sind nicht selten belastend und kosten Kraft und Energie. Den Mut und die Motivation zu finden, weiterzumachen, ist ein langwieriger Prozess.

Warum es sich lohnt, diesem Prozess zu vertrauen und einen hoffnungsvollen Ausblick zu wagen, erforschen wir, gemeinsam mit dem LIR und der Frauenselbsthilfe Krebs. Für unser Projekt Wir entwickeln Krisenkräfte! haben wir deshalb noch ein anderes Bild gefunden, das die Zusammenhänge zwischen Resilienz und Krebs erklärt:

Stell dir wieder vor, deine Psyche ist ein saftiger Rasen, auf der dicke Grasbüschel aus dem Boden sprießen. Dieses Mal kommt der Krebs als Rasenmäher-Stressor und schneidet die grüne Pracht einfach ab. Halm um Halm scheint die schöne Wiese an Kraft zu verlieren. Aber: Ist wirklich alles verloren? Auf der Oberfläche mag das so aussehen. Doch ein Grashalm besteht nicht nur aus einem grünen Blatt, das sich der Sonne entgegenstreckt. Ein wichtiger Teil lebt im Verborgenen, gibt Halt und sorgt für Wachstum. Im übertragenen Sinn können wir also sagen: Es sind die Wurzeln, die uns im Leben verankern. Diese Wurzeln entsprechen den Resilienzkräften. Sie gehen nicht kaputt, wenn sie beschnitten werden. Im Gegenteil: Krisen wie Krebs oder andere Krankheiten können die Versorgung mit Nährstoffen sogar ankurbeln. Der Rasen wächst wieder nach. Manchmal sogar noch dichter und schöner als vorher.

Die menschliche Psyche ist so ähnlich angelegt: Solange wir gesund und sorglos leben spazieren wir über eine grüne Wiese. Zerstört eine Krise dieses Glück, werden unsere innersten Kräfte aktiviert. Auch nach einer Krebs-Diagnose ist das möglich.

Wie können Menschen, die an Krebs erkrankt sind, an Stärke und Stabilität gewinnen? Um beim Bild unserer Wiese zu bleiben: Auch, wenn der Krebs da ist, kann Mut und Stärke in uns reifen. Wir bestehen nicht zu 100% aus der Erkrankung und dürfen den Blick bewusst auf alles lenken, was unsere Lebensfreude zum Blühen bringt. In manchen Fällen gibt es sogar einen regelrechten positiven psychologischen Wandel: Das kann bis zum „posttraumatischen Wachstum“ reichen, wenn z. B. durch das Erleben der Krebserkrankung regelrecht eine neue Wertschätzung der Lebenskraft entsteht.

Wecke die Resilienzkräfte, die in dir schlummern

Hier kommt die zweite gute Nachricht für dich: Resilienz kann erlernt und trainiert werden.
Weil Training in der Gruppe mehr Spaß macht, bietet die NWSK Menschen mit einer Krebsdiagnose die Möglichkeit, in gemeinsamen Projekten Resilienz zu fördern.

Und hier kommt die dritte gute Nachricht: Du kannst an diesem Projekt teilnehmen!
Wie das genau aussieht, erklärt Lara Hubenschmid vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung, die dieses Projekt wissenschaftlich begleitet:

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Auf geht’s: Wir entwickeln Krisenkräfte!